Wenn man mit offenen Augen durch die Natur spaziert, ohne Stress und Hektik, sich Zeit nimmt und bewusst beobachtet, sieht man Dinge, die man zuvor nie wirklich wahr genommen hat. Und man erlebt Sachen, die man zuvor nie für möglich gehalten hätte.

So hatte ich schon Erlebnisse mit wilden Tieren, die mir kaum einer glauben mag. Einige dieser Erlebnisse konnte ich bildlich festhalten, bei anderen war es mir nicht möglich, da ich mich keinen Millimeter bewegen durfte.

Zum Beispiel, als ich ein paar Minuten vor einem Baum stand und den Buntspecht beobachtete.  Ich sah im Augenwinkel etwas größeres aus dem Gebüsch neben mir kommen und plötzlich stand ein Rehbock höchstens einen Meter neben mir und schaute in die gleiche Richtung wie ich. In so einem Moment kann man unmöglich die Kamera zücken. Das Tier würde erschrecken und fliehen. Also steh ich still, traue mich kaum zu atmen und hoffe, das sich das Tier nicht zu mir dreht und einfach weiter läuft.

Oder als ich auf dem Weg zum Ansitz war. Ich setzte mich noch einen Moment an einen Hügel, um alles vorzubereiten, damit ich das nicht vor Ort tun muss, was nur unnötig Unruhe bringt. Die Cam hatte ich gerade aus dem Rucksack geholt, hüpfte ein kleines Rehkitz links neben mir über einen kleinen Bach und begann zu äsen und sich in Ruhe zu putzen. Ich sank ganz langsam mit dem Rücken zu Boden und beobachtete das zuckersüße Tier, bis die Mutter nach ihm rief. Zum Glück hatte ich die Cam zu dem Zeitpunkt schon in der Hand, so das ich zumindest ein Erinnerungsfoto machen konnte.

Ein verrücktes Erlebnis war auch, als ich an einem warmen Sommertag an einem Feld stand, welches gerade gemäht wurde. Über dem Feld jede Menge Greifvögel, die auf einen leckeren Snack lauerten. Für mich eine gute Chance, den Rotmilan nah vor die Linse zu bekommen. So stand ich da, die Cam vor dem Gesicht, welches zum Himmel gerichtet war und konzentrierte mich auf den Milan. An meinem nackten Bein spürte ich immer ein kleines kitzeln und ich ging davon aus, das das ein Grashalm war.

Irgendwann musste ich kurz meinen mittlerweile fast steifen Nacken entspannen, schaute an mir herab und stellte fest, das dieses kitzeln kein Grashalm war, sondern ein Fuchs, der mein Bein beschnüffelt hatte. Damit hatte ich im Leben nicht gerechnet und ich kann nicht sagen, wer sich von uns beiden mehr erschrocken hat.

Es gibt so viele solcher Erlebnisse. Die meisten habe ich bildlich festgehalten und erinnere mich gern daran zurück. Einige davon habe ich in social media (instagram und facebook) geteilt und festgestellt, das zum Teil großes Interesse besteht, die Geschichten zu lesen und die zugehörigen Fotos zu sehen. Dabei zählt oft nicht die Qualität der Fotos, denn in bestimmten Situationen ist es meistens gar nicht möglich, alles so schnell perfekt einzustellen, sondern das Erlebnis selber.

Und da die Posts in social media zum einen auf eine bestimmte Anzahl von Zeichen begrenzt sind und zum anderen recht schnell ins Nirvana rutschen, zeige ich nun eine Auswahl davon in voller Länge auf dieser Seite. Ebenso können meine Fotos hier in der Galerie in deutlich besserer Auflösung betrachtet werden.